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Gleisplan: Seldwyla

Kopfbahnhof, Fiddle Yard und vieles mehr

 

Gleisplan Seldwyla

Seldwyla ist das betriebliche Herzstück meiner Anlage. Es ist ein Fiddle Yard ("Grabbelbahnhof"), wo manuelle Eingriffe möglich und sogar ausdrücklich erwünscht sind. Das heisst, eigentlich sind es drei Bahnhöfe in einem. Die umfangreichen Gleisanlagen übernehmen zahlreiche Aufgaben, wodurch ein abwechslungsreicher Betrieb garantiert ist:

  • Kopfbahnhof für startende und endende Züge

  • Durchgangsbahnhof für durchfahrende Züge

  • Schattenbahnhof für gerade nicht benötigtes Rollmaterial

  • Fiddle Yard ("Grabbelbahnhof") für das manuelle Neuformieren von Zügen

  • Kehrschleife

  • Modulschnittstelle

Kopfbahnhof
Die Gleise 1 bis 6 ergeben den Kopfbahnhof "Seldwyla": Bei ankommenden Zügen wird nach dem Halt die Zuglok abgekuppelt. Aus dem Lokdepot (Gleise 12 bis 14) kommt eine neue Lok ans andere Ende des Zuges, womit der Zug bereit ist für die Weiterfahrt. Dieses Konzept spart nicht nur viel Platz (es wird nur eine Gleisharfe benötigt); es ergibt auch einen "natürlichen" Lokumlauf: Die Züge sind immer wieder mit anderen Loks unterwegs. Die Gleise 1 bis 3 werden ausschliesslich von Personenzügen benutzt.

Vom Kopfbahnhof führen zwei Strecken weg: Die eine hoch zu den Anlagenteilen über dem Bahnhof Seldwyla (Dioramenstrecke und Obertupfingen); die andere in die Kehrschleifenstrecke (Verbindungslinie) und danach zur Modulschnittstelle und auf die Modulstrecke.

Auch in den Gleisen 15-19 ist Kopfbahnhofbetrieb möglich.

Durchgangsbahnhof
Die Gleise 7 und 8 ergeben den Vorortbahnhof "Seldwyla Ost". Die beiden Gleise ermöglichen das Kreuzen von Zügen oder auch das Umfahren einer Wagengruppe. Dank der Weichenverbindung von Gleis 7 nach links in Richtung Gleis 18 erhalten die Gleise 15-19 zwei Zufahrten. Das erhöht die betrieblichen Möglichkeiten beträchtlich (siehe unten).

Der Durchgangsbahnhof ermöglich auch die Direktfahrt von der einen Strecke (Obertupfingen) auf die andere (Modulstrecke) und umgekehrt.

Fiddle Yard und Schattenbahnhof
Die Gleise 1 bis 6 und 15 bis 19 werden als Fiddle Yard ("Grabbelbahnhof") für den Güterzugverkehr oder für das Abstellen von gerade nicht benötigtem Rollmaterial verwendet. Der ganze Fiddle Yard befindet sich 14cm unter den höher gelegenen Anlagenteilen und ist nach vorne offen. Damit wird eine gute Zugänglichkeit erreicht.

Kehrschleife
Die Kehrschleife ergibt sich aus der Notwendigkeit, einerseits von Obertupfingen her durch den Durchgangsbahnhof (Seldwyla Ost) auf die Modulstrecke zu fahren, und anderseits von der Modulstrecke her in den Kopfbahnhof (Seldwyla) einzufahren. Zusammen mit einer zweiten Kehrschleife ergbit sich dann ein eingleisiger Hundeknochen.

 

Betrieb

Lange habe ich die Anschlussgleise 25/26 kaum je verwendet. Beim Durcharbeiten des eBooks "Modell-Anlagen-Design" (Nov. 2008) ist mir endlich aufgegangen, weshalb: Es fehlte ein Ausgangspunkt für Güterzüge, die von Gleis 7/8 her diese Anschlussgleise bedienen könnten! Die einzigen Züge, die da fuhren, kamen von Obertupfingen und waren zu kurz, d.h. aufgrund der knappen Gleisanlagen in Obertupfingen ist es diesen Zügen i.d.R. nicht möglich, Wagen für die Gleise 25/26 dabei zu haben.

Ich brauchte einen zusätzlichen Schattenbahnhof!

Zum Glück sind da bereits die Gleise 15-18. Diese waren ursprünglich als zusätzliche Abstellgruppe in Ergänzung der Gleise 1-6 geplant. Mit einem zusätzlichen, langen Gleis 19 (siehe Gleisplan) konnte diese Abstellgruppe zum 5-Gleisigen Schattenbahnhof "Seldwyla Nord" aufgewertet werden. Gleichzeitig wurden die Gleise 7, 8, 25, 26 zur eigenständigen Betriebsstelle "Seldwyla Ost" aufgewertet und mit einer Weichenverbindung von Gleis 7 nach Gleis 8 ergänzt. Nun können Güterzüge in Seldwyla Nord starten und in Seldwyla Ost kreuzen, um anschliessend die Anschlussgleise 25/26 zu bedienen und dann ihre Reise in die weite Welt fortzusetzen.

Durch die neue Weichenverbindung entstand das neue kurze Gleis 7a und die Gleise 7/8 wurden auf 100cm verkürzt. Die kürzere Nutzlänge ist betrieblich kein Nachteil, weil die Züge, die von Seldwyla Nord her kommen und kreuzen sollen, diese Länge nicht überschreiten. (Die Nutzlängen der Gleise 15-18 sind max. 100cm.) Der betriebliche Vorteil - Kreuzungsmöglichkeit bzw. zwei unabhängige Zufahrten zu Seldwyla Nord - machen die kürzere Nutzlänge mehr als wett. In Richtung Seldwyla (links unten) bleibt die ursprüngliche Nutzlänge von 130cm erhalten.

Drei eigenständige Betriebsstellen

Wir haben nun also drei eigenständige Betriebsstellen, die teilweise ineinander verschachtelt sind. Für das Verständnis ist es hilfreich, wenn jede der drei Betriebsstellen separat betrachtet wird. Die folgenden Bilder zeigen, wie die dezentralen Bedienpulte aussehen könnten:

 

 
Bedienpult Seldwyla Ost

 
Seldwyla Ost ist ein typischer Vorortsbahnhof. Es gibt zwei Kreuzungsgleise (Gleise 7 und 8), einen Güterschuppen (Gleis 26) und einen Industrieanschluss (Gleis 25). Dann ist da noch die Abzweigung zur Verbindungslinie (VL), die Seldwyla Ost nur streift. Links sind die Weichen in den Abstellbahnhof Seldwyla Nord (SWN) und die Abzweigung nach Seldwyla (SW).

Rechts unten befindet sich der Spannungswahlschalter. Mit ihm wird der rechte Bahnhofkopf von Seldwyla Ost auf den gelben oder blauen Handregler aufgeschaltet (Z-Schaltung). Darüber, in der Strecke nach rechts, befindet sich der Schalter "Einfahrsignal Halt". Mit diesem kann der Gleisabschnitt vor dem Einfahrsignal abgeschaltet werden - wichtig, wenn Seldwyla Ost noch nicht bereit ist, aber bereits ein Zug auf der Strecke im Anmarsch ist.

In den Gleisen 7 und 8 ist je ein Kippschalter "Ein-Aus-Ein" angebracht. Diese Kippschalter ermöglichen das Aufschalten der Gleise 7 und 8 entweder auf den linken Bahnhofskopf (Fahrregler von Seldwyla), den rechten Bahnhofskopf (Fahrregler von Seldwyla Ost) oder auch die komplette Abschaltung des Gleises. Die beiden Spitze an Spitze liegenden Weichen oberhalb von Gleis 7a werden entsprechend der Weiche, die nach Gleis 7 oder 8 führt, automatisch dem Gleis 7 oder 8 zugeschaltet (dynamische Fahrstromlenkung).

Die farbigen Punkte symbolisieren Lämpchen bzw. LED. Die Weichenstellungen sind gelb ausgeleuchtet. Die grünen Lämpchen zeigen an, dass das betreffende Gleis Start oder Ziel eines gültigen Fahrwegs ist. Im Bild ist also ein Fahrweg ab Seldwyla Nord (SWN) über Gleis 8 auf die Strecke eingestellt. Die rote Lampe links unten ist eine Sammelmeldung: Rot bedeutet, in Seldwyla (SW) sind die Weichen so gestellt, dass eine Fahrt von/nach Seldwyla nicht möglich ist.

 

 
Bedienpult Seldwyla Nord

 
Seldwyla Nord ist der eine Grabbelbahnhof und damit Ausgangspunkt für die Züge. Es gibt eine Gleisharfe mit zwei Ausfahrmöglichkeiten, nämlich auf die Gleise 7 oder 8. Die Gleise 7/8 sind gleichzeitig auch die Ausziehgleise von Seldwyla Nord.

Seldwyla Nord wird daher immer von den Gleisen 7/8 mit Fahrspannung versorgt. Die Fahrspannungswahl für Seldwyla Nord erfolgt mit den Schaltern in den Gleisen 7 und 8: Momentaner Fahrregler von Seldwyla Ost (SWO) oder lokaler Fahrregler.

Die Fahrspannung der Gleise 15-18 ist jener der beiden Spitze an Spitze liegenden Weichen oberhalb von Gleis 7a fix zugeordnet. Die Fahrspannung wird entsprechend der Weiche, die nach Gleis 7 oder 8 führt, automatisch dem Gleis 7 oder 8 zugeschaltet (dynamische Fahrstromlenkung). Gleis 19 ist der Fahrspannung in Gleis 8 fix zugeordnet. Alle Weichen sind Stopweichen, d.h. Gleise, in die kein Fahrweg gestellt ist, sind spannungslos.

Am Ende der Gleise 15-19 ist jeweils ein Abschnitt abgetrennt und spannungslos geschaltet. Mit dem Taster links auf dem Bedienpult können diese Abschnitte mit Fahrspannung versorgt werden. Es wird nur in demjenigen Gleise der Abschnitt angeschaltet, für welches die Weichen gestellt sind (da wo die grüne Lampe leuchtet). Im Bild oben ist dies in Gleis 17.

 

 
Bedienpult Seldwyla

 
Seldwyla ist der andere Grabbelbahnhof und ebenfalls Ausgangspunkt für die Züge. Es gibt die Gleisharfe in die Gleise 1-6, die Abzweigung nach Seldwyla Ost (SWO) sowie die zweite Gleisharfe auf der Depotseite (Gleise 12-14). Dort befindet sich auch die Abzweigung nach Obertupfingen (OTF) bzw. zur Verbindungslinie (VL) nach Seldwyla Ost.

Links oben ist der Spannungswahlschalter. Mit ihm wird ganz Seldwyla entweder auf eine lokalen Fahrregler geschaltet (Z-Schaltung), oder aber der Fahrspannung der Strecke nach Obertupfingen (OTF) bzw. Verbindungslinie = Seldwyla Ost (VL-SWO) zugeordnet. Die Auswahl von OTF oder VL-SWO erfolgt automatisch je nach Stellung der Einfahrweiche (dynamische Fahrstromlenkung). Durch die automatische Spannungswahl aufgrund der Weichenstellung wird Seldwyla sehr leistungsfähig.

In den Gleisen 1-6 und 12-14 sind wiederum die Endabschnitte abgetrennt. Mit den Tastern kann der Endabschnitt des eingestellten Gleises wie in Seldwyla Nord angeschaltet werden.

Die rote Lampe unten links meldet, wenn die Weichen nicht in Richtung Strecke (sondern ins Depot) gestellt sind.

Warum dezentrale Bedienpulte?

Der Eindruck, dass diese drei Betriebsstellen voneinander unabhängig sind und dazwischen eine Fahrstrecke liegt, hat auch damit zu tun, dass man sich für die Bedienung der nächsten Betriebsstelle einige Meter weiter bewegen muss. Ist alles auf dem gleichen Bedienpult, wird dieser Effekt völlig zunichte gemacht. Besonders augenfällig wird dies bei Seldwyla Nord und Seldwyla Ost. Diese beiden Bahnhöfe sind so stark ineinander verschachtelt, dass es für die Bedienung durchaus Sinn machen kann, ein gemeinsames Bedienpult zu bauen. Aber das hat zur Folge, dass Seldwyla Nord zur Abstellgruppe von Seldwyla Ost abklassiert wird - die (erwünschte) fiktive Fahrstrecke geht gefühlsmässig völlig verloren. Deshalb sind dezentrale Bedienpulte für den angestrebten Lokführerbetrieb ein "Muss".

 

Technisches

Dieser Bahnhof ist gebaut. Es ist ein Tragrahmen 236x52cm, der die darüber liegenden Segmente trägt. Rechts davon ist ein Modulrahmen 100x52cm hinzugefügt, der in die Modulschnittstelle mündet. Dieses Erweiterungsmodul kann auch weggelassen werden. Der Kopfbahnhof umfasst dann acht Gleise. Alle Segmente inkl. Erweiterungsmodul werden beim Zusammenbau mit zwei Hartholzstiften exakt positioniert. Das Anlagenkonzept bewährt sich mit und ohne Erweiterungsmodul - trotz der engen Minimalradien von 230mm. Das Gleismaterial ist Peco Code 80, die Weichen haben 14°.

Elektrik
Ich habe durchgehend Stopweichenfunktionen verwendet. Dadurch hat ein Gleis immer nur dann Fahrspannung, wenn die betreffenden Weichen richtig eingestellt sind. So kann die Elektrik sehr einfach erstellt werden: Es genügt, jeweils zwei Drähte ans Gleis zu legen an den drei Stellen, die die Spitze einer Gleisharfe darstellen: zwischen Gleis 12-14 und 1-7 (dort, wo sich die beiden Weichen Spitze an Spitze berühren); in Gleis 8; und bei der Modulschnittstelle ganz rechts. Auf diese Weise fahre ich schon die ganze Zeit zur vollen Zufriedenheit mit "provisorischer Elektrik". (Das unter "Betrieb" beschriebene Bedienkonzept ist noch nicht umgesetzt.)

Am Ende der Gleise 1 bis 6 und 12 bis 19 ist jeweils ein Abschnitt abgetrennt. Dort werden die Loks der angkommenden Züge stromlos abgestellt. Das ist wichtig, während die neue Lok an den abgehenden Zug angefahren wird. Auf gleiche Weise ist das Lokdepot (Gleise 12 bis 14) unterteilt. Damit können bis zu sechs Loks abgestellt werden.

Kehrschleifenabschnitt

In einem Bahnhof ist es hilfreich, wenn die Fahrtrichtung der Triebfahrzeuge übereinstimmt mit der Einstellung des Fahrreglers. Dies ist in einer Kehrschleife nicht immer der Fall. Deshalb habe ich die eigentliche Kehrschleifenstrecke, in welchem die Fahrspannung umgepolt wird, nur in die Verbindungslinie zwischen Kopfbahnhof-Ausfahrt und Modulschnittstelle gelegt (rot markiert auf dem Bild). Die Schaltung der Kehrschleifenstrecke und der beiden Halteabschnitte erfolgt wie bei einem Gleisdreieck.

Die Weichen werden zur Zeit von Hand bedient. Möglicherweise werden sie dereinst elektrifiziert. Beim intensiven Nachdenken habe ich jedoch festgestellt, dass ich eher keine Fahrstrassenautomatik bauen werde. Der Aufwand wäre sehr gross - und meist sind nur eine oder zwei Weichen zu schalten. Wichtiger scheint mir eine Anzeige des eingestellten Gleises, die schnell erfasst werden kann. Dies versuchte ich in den Bedienpultbildern mit den grünen Lämpchen darzustellen. Falls die Weichen elektrifiziert werden, gibt es deshalb wohl gewöhnliche Schalter. Das genügt für den von mir bevorzugten Lokführer-Betrieb. Durch die Aufteilung von Seldwyla in mehrere unabhängige Betriebsstellen wird die Thematik zusätzlich entschärft.

Weiter habe ich eine einfache Z-Schaltung realisiert: Der ganze Bahnhof kann wahlweise auf einen lokalen Regler oder eine von zwei durchgehenden ("globalen") Speiseleitungen geschaltet werden. Das lässt Möglichkeiten offen für weitere Mitspieler. Geplant ist, Seldwyla und Seldwyla Ost mit einer eigenen Z-Schaltung auszurüsten. Dadurch können gleichzeitige Fahrten stattfinden, und der Betrieb wird vereinfacht und verflüssigt.


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