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Diodenmatrix |
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Diodenmatrix einfachDie Diodenmatrix ist eine altbewährte, weit verbreitete Technik für die Fahrstrassensteuerung eines Bahnhofs. Sie eignet sich gut für kleine bis mittlere Bahnhöfe. Sie ermöglicht es, mehrere Weichen zu einer Fahrstrasse zusammenzufassen und mit einem einzigen Tastendruck in die gewünschte Lage zu steuern. Dadurch ergibt sich gegenüber der Einzelweichensteuerung eine grosse Verbesserung im Bedienungskomfort und in der Sicherheit.
Beginnen wir mit einem einfachen Beispiel. Der Gleisplan im Bild oben zeigt drei Gleise an einer einspurigen Strecke. Wir bauen für jedes der drei Gleise eine Steuertaste. Diese drei Steuerbefehle geben wir in die Diodenmatrix. Diese teilt dann die Steuerbefehle auf die erforderlichen Weichen zu, je nach dem, an welche Kreuzungen Dioden gesetzt sind (Typ 1N4001, rechts unten im Bild):
Senkrecht sind die Leitungen von den Fahrstrassentasten, waagrecht die Leitungen zu den Weichenantrieben. Die Dioden verknüpfen die beiden und verhindern unerwünschte Rückkopplungen, die zu falschen Weichenstellungen führen würden. (Ersetze in Gedanken die Dioden durch einfache Drahtbrücken und betrachte den Anschluss von W1R, dann wird klar, weshalb die Entkopplung durch die Dioden wichtig ist.)
StromversorgungEin grosses Problem der Diodenmatrix ist, dass alle Weichen einer Fahrstrasse gleichzeitig angesteuert werden. Dadurch ist ein Stromstoss erforderlich, der die meisten Stromversorgungen in die Knie zwingt. Das bedeutet, die Weichen schalten infolge zu wenig Strom nicht richtig. Die übliche Lösung besteht darin, dass der Wechselstrom, den wir vom Weichentrafo beziehen, gleichgerichtet wird (mit einem Brückengleichrichter für 1-2A) und mit einem oder mehreren Elektrolyt-Kondensatoren geglättet wird (Bild oben). Die Kondensatoren bewirken zweierlei: Einerseits heben sie, physikalisch bedingt, die Spannung auf 21V geglätteten Gleichstrom. Dadurch erhöht sich der Strom im Weichenantrieb um den Faktor 21/16 = 1.3 wodurch sich die Leistung im Weichenantrieb um den Faktor 1.3^2 = 1.7 vergrössert. Das bedeutet, die Weichenantriebe sind (genügend Strom vorausgesetzt) nun 1.7 mal so stark wie mit 16V~. Das erhöht die Zuverlässigkeit der Weichenantriebe. Infolge der kurzen Einschaltdauer wird dennoch nur eine ungefährliche Energiemenge zum Weichenantrieb transportiert, so dass dieser nicht beschädigt werden kann. Zum anderen sind die Kondensatoren Energiespeicher - sie wirken wie kleine Batterien. Der gesamte Stromstoss wird schliesslich durch die Kondensatoren geliefert. Anschliessend kann der eher kleine Trafo die Kondensatoren in aller Ruhe wieder aufladen. Das dauert dennoch nur einen Augenblick. Für die Dimensionierung der Kondensatoren hat sich 1000uF pro Weiche, multipliziert mit der max. Anzahl Weichen pro Fahrstrasse, plus ca. 1000uF Reserve (aufrunden) als brauchbar erwiesen. Für die Schaltung oben würden wir also 1x 4700uF oder 2x 2200uF verwenden. Für die andere Seite des Bahnhofs (nicht dargestellt) wird eine zweite Diodenmatrix benötigt. Hinweis 1: Natürlich müssen die Fahrstrassentaster und die Kabel den maximalen Summenstrom verkraften können. Im obigen Beispiel werden maximal zwei Weichen gleichzeitig geschaltet. Das heisst, Taster und Kabel müssen den zweifachen Weichenstellstrom verkraften können. Taster und Kabel also unbedingt ausreichend dimensionieren! Sonst besteht die Gefahr des Verschweissens der Tasterkontakte bzw. der Spannungsabfall im Kabel wird zu gross!
Diodenmatrix kompliziertIst der Bahnhof umfangreicher oder gibt es eine Doppelspurstrecke, wird es komplizierter. Zum einen, weil es mehr Weichen gibt, zum anderen, weil mehrere Zulaufstrecken, die in den selben Bahnhof münden (Doppelspur!), mit einer einzigen Fahrstrassentaste pro Zielgleis nicht mehr eindeutig zugeordnet werden können. Betrachten wir mal folgenden Gleisplan von Julien Wurtz (veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung):
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Damit der Bahnhof vernünftig bedient werden kann, brauchen wir Start- und Zieltasten. Wir bauen also pro Zufahrt (Start) und pro Bahnhofgleis (Ziel) je eine Taste. Diese verknüpfen wir durch einfache Serieschaltung zu den gewünschten Fahrstrassen. Dann können wir die Diodenmatrix ansteuern.
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Wenn wir das Schaltschema oben etwas genauer betrachten, bemerken wir, dass die meisten Zieltasten mehr als einmal verwendet wurden. Wie machen wir das? Taster mit mehr als einem Schliesskontakt sind eher selten. Ich bevorzuge eine indirekte Lösung: Mit den Tasten GU, G1-G5 schalten wir zunächst ein oder mehrere Relais 2x um an, je nach dem, wieviele Kontakte benötigt werden.
Nun können wir die Arbeitskontakte der Relais für die Anschaltung der Diodenmatrix verwenden. Nun haben wir erst die Weichensteuerung. Noch nicht betrachtet haben wir die Versorgung der Gleise mit Fahrspannung und die Signalsteuerung. Beides sind Gebiete, die uns nochmals Aufwand in einem ähnlichen Rahmen bescheren. Natürlich, man kann das schaffen. Das Resultat wird meist eine aufwendige Schaltung sein, die nur auf den spezifischen Bahnhof passt und die nur der Erbauer versteht. Änderungen sind schwierig und bergen grosse Fehlerquellen. Mit diesem Bahnhof haben wir eigentlich bereits die Leistungsgrenze der Diodenmatrix erreicht, wenn nicht gar überschritten. Es gibt aber viele Modellbahn-Bahnhöfe, deren Gleisplan noch wesentlich aufwendiger ist. Für solche Projekte brauchen wir eine andere Lösung mit mehr Systematik...
Zusammenfassung:
Vorteile der Diodenmatrix
Nachteile der Diodenmatrix |
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